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Männer & Glauben Zwei Welten oder Herausforderung ? Lieber Besucher Diese Homepage will Sie in erster Linie über den Schönstatt-Männerbund informieren.
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aktualisiert am:23.10.2011 |
Angebot für Männer: Fühlen Sie sich hin und wieder reif für die Insel? Packt Sie auch gelegentlich die Sehnsucht, sich mit anderen Männern über die existentiellen Fragen und über die Spur Gottes in meinem Leben zu unterhalten? Wenn Sie ein Mann sind, dann sollten Sie jetzt weiter lesen. (Wenn Sie eine Frau sind, dann sollten Sie den folgenden Text Ihrem Mann/Freund zu lesen geben) In dieser Frage – der Spur Gottes in meinem Leben – gibt es Profis. Die tummeln sich z.B. in den Geistlichen Bewegungen. Auch in Schönstatt und da z.B. in der Gemeinschaft des Männerbundes. Die können das nicht nur erklären. Sie versuchen das auch im Alltag zu leben: im Beruf, in der Familie, in der Pfarrgemeinde. Deshalb lädt der Schönstatt-Männerbund die männliche Leser dieser Information zu einem Wochenende über dieses Thema ein: Freitag, 27.Januar bis Sonntag, 29. Januar 2012. Als Schönstatt-Männerbund sind wir offen für verheiratete und unverheiratete Männer. Wir bilden einen Freundeskreis, wo Männer sich über religiöse Fragen austauschen und sich von Person und Sendung Marias am Gnadenort Schönstatt inspirieren lassen: Ziel ist es, Männer zu befähigen, aus dem Glauben zu leben und ihren Alltag zu gestalten. Peter Hagmann wird das Treffen leiten, Anmeldungen können per Mail direkt an ihn gerichtet werden. (phagmann@peha-hagmann.de) |
DER VATER
Ich sah das Kind vor mir hergehen. Es trug einen Korb mit Essen. Und weil das Kind, ein Mädchen von vielleicht zehn oder elf Jahren, nicht gerade stark und der Korb schwer war, ging es mit hängender Schulter.
Da waren auch Frauen, die den gleichen Weg machten, es war ja um die Mittagszeit, und die außerhalb der Stadt gelegene Fabrik hatte in ihrer großen Pause die Arbeiter zur Erholung entlassen. Das Kind versuchte zuweilen mit den Frauen in gleichen Schritt zu kommen oder sich einer Gruppe anzuhängen, aber die Frauen, immer beschäftigt und auf die Ausnutzung ihrer Zeit bedacht, hielten sich nicht lange auf, wenn das Mädchen zweimal abzustellen gezwungen war: in einer armen Einsamkeit bewegte sich das Kind auf einen noch unsichtbaren Menschen zu, der seiner wartete oder ihm vielleicht schon entgegenging.
Ja, er ging ihm wohl schon entgegen. Denn überall trafen sich jetzt die Frauen mit den Männern aus der Fabrik. Man machte nicht viele Worte bei dem Wiedersehen, die Arbeiter nahmen den Korb, stiegen über den Straßengraben und setzten sich unter den Baum ins Gras. Dann hoben sie etwas neugierig den Deckel ab und begannen mit ihrem einfachen Mahl.
Hier saß eine kleine Gruppe und dort. Auf einmal war die Straße leer und das Mädchen als wandernder Punkt allein auf ihr. Ich bekam einen leichten Schreck: wie wenn der Vater vielleicht verunglückt war und nicht kommen konnte? Wenn die Kleine ahnungslos in die irgendwo lauernde Nachricht hineinlief, daß sie das Essen vergeblich herbeigetragen hatte. War es nicht möglich, daß sie heute zum ersten Male der Mutter das nicht leichte Geschäft abgenommen hatte und nun mehr mit sich trug als nur das Essen: die Freude, des Vaters Lob zu hören, seine Anerkennung?
Sieh, da kam von der Gegenseite nun doch ein Mensch gegangen. Mit langen Schritten maß er die Straße. Jetzt hob er die Hand und winkte. Da stellte das Mädchen den Korb hin, beschattete sich die Augen und schaute voraus. Dann griff sie, schneller als bisher, nach dem Korb, dem Vater möglichst rasch nahe zu kommen ... Dann war auf einmal alles aus. In dem Bemühen, seine Gangart zu beschleunigen, rutschte das Mädchen aus, stolperte. Ich sah wie das Körperchen zusammenzuckte und hilflose Bewegungen machte, das Unglück zu bannen. Die Füße verschlangen sich in den Henkel, es entstand ein klirrendes, zerbrechendes Durcheinander ... Darüber war der Vater herbeigekommen. Ich war darauf gefaßt, daß dieser Mensch, nun um die Freude des Mittagessens gebracht, mindestens einen Augenblick die Beherrschung verlieren würde, die Hand heben und auf das Mädchen einschlagen. Alles war jetzt in die Hand des Arbeiters gelegt, er durfte entscheiden, wie er es aufnahm ...
Wie war ich aber überrascht, als der Vater das weinende Kind sanft streichelte und ihm Worte des Trostes schenkte. Er behauptete, daß die Sache gar nicht so schlimm sei, nein gar nicht. Er ergriff, es zu beweisen, den Korb, stellte ihn dann aufrecht und räumte den ausgelaufenen Inhalt zusammen. Durch den Boden tropfte die dicke Suppe. An den Wänden klebte Kartoffelsalat. Aber der Vater kratzte den Salat ruhig und fast andächtig zusammen, und weil die Schüssel zerbrochen war, aß er ihn direkt auf. Das Kind hatte sich wieder gefaßt und saß großäugig neben ihm. Der Vater reichte ihm zwischendurch selbst einen Löffel voll. Da schluckte das Mädchen und kaute mit vollen Backen und sah den Vater mit einem Blick namenlosen Dankes an. Noch viel, viel schöner war jetzt die Freude, sie war ganz verinnerlicht, ganz tief ...
Da schämte sich das Unglück und schlich davon, denn es verstand nichts von der Kraft der Liebe. Als ich vorbeikam und den Vater grüßte, legte sich gerade das Kinderhändchen in seine starke Faust, gleich als ob ein Vöglein sich in seinem Nest verschlupfte.
( Heinrich Litterer )